Studiengänge

Industrie-Design

Industrie-Design ist eine Gestaltungsdisziplin, die sich aus den Anforderungen der industriellen Produktion heraus entwickelt hat. Die traditionelle Aufgabe besteht in der Gestaltung von Produkten und Produktsystemen (Gebrauchs- und Investitionsgüter) unter Berücksichtigung ästhetischer, ergonomischer, technischer, wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Aspekte.

Designer sind darüber hinaus an Entwicklungen beteiligt, welche die Art und Weise, in der wir leben und arbeiten, tiefgreifend beeinflussen. Neben der Konzeption und Gestaltung von Produkten und Systemen planen, entwickeln und kommunizieren sie Designlösungen für Prozesse und Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit der Industrie, Service-Unternehmen und öffentlichen Institutionen. Diese Ausdehnung der Tätigkeitsfelder ist begleitet von einer Steigerung der Aufgabenkomplexität und führt zu einer stärkeren fachlichen Segmentierung. Der Studiengang zeichnet daher kein eindeutiges und klares Berufsbild nach, sondern ist bestrebt, die Studierenden unter Berücksichtigung individueller Neigungen und Befähigungen auf die Anforderungen unterschiedlicher Tätigkeitsfelder vorzubereiten.

Neben den bewährten zwei- und dreidimensionalen Darstellungstechniken (Skizzieren, Zeichnen, Rendering, Modellbau) werden weitere, computerbasierte Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt. Die intensive Nutzung von CAD, Visualisierungs- und Animationsprogrammen unterstützt den Entwurfsprozess und die Kommunikation formaler und konstruktiver Qualität.

Kommunikations-Design

Kommunikations-Design ist eine Gestaltungsdisziplin, die sich mit den stetig steigenden Anforderungen der visuellen und verbalen Informationsübermittlung im gesellschaftlichen Emanzipationsprozess entwickelt hat.

Aufgabe des Kommunikations-Designs ist die Konzeption und Gestaltung von Erscheinungsbildern, Plakaten, analogen und digitalen Publikationen, Visualisierungen, Informations- und Orientierungssystemen, Ausstellungen und Events. Dies geschieht unter Einbeziehung aller zur Verfügung stehenden gestalterischen Mittel (Text, Grafik, Typografie, Foto, Film, Video, 2D- / 3D- Animation und Ton).

Neben den monomedialen Produkten, sowohl im traditionellen als auch im digitalen Bereich, entstehen zunehmend physikalisch nicht greifbare elektronische Räume mit komplexen Interaktions-und Navigationsmöglichkeiten, die entsprechender Planung, Dramaturgie und Programmierung bedürfen.

Der Studiengang hat sein Programm entsprechend konzipiert und den neuen Medien und Techniken einen angemessen hohen Stellenwert eingeräumt.

Die Aktivitäten im Kommunikations- sowie im Industrie-Design sind darüber hinaus verknüpft mit ästhetischen, ergonomischen, technischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Anforderungen.

Diese Ausdehnung der Tätigkeitsfelder ist begleitet von einer Steigerung der Aufgabenkomplexität und führt zu einer stärkeren fachlichen Segmentierung. Der Studiengang zeichnet daher kein eindeutiges und klares Berufsbild nach, sondern ist bestrebt, die Studierenden unter Berücksichtigung individueller Neigungen und Befähigungen auf die Anforderungen unterschiedlicher Tätigkeitsfelder vorzubereiten.

Fotografie

Fotografie wird als Studienschwerpunkt im Lehrgebiet Kommunikationsdesign gelehrt. In einer Medienwelt, in der der kompetente und verantwortungsvolle Umgang mit Bildern immer wichtiger wird, sollen die Studierenden mit Hilfe der fotografischen Gestaltungs-Grundlagen und der begleitenden, theoretischen Auseinandersetzung Sensibilität für Bildmedien erlangen. Das bewusste Sehen wird erlernt um Verständnis für den Umgang mit einem der mächtigsten Kommunikationswerkzeuge unserer Zeit zu erlangen. Dies geschieht mit Übungen, die sich an angewandten und künstlerischen Prozessen orientieren. Die Studierenden lernen neben den klassisch-analogen Techniken auch den Umgang mit digitalen Bildtechnologien und deren weiterverarbeitenden Prozessen.

Studienbewerber

Vorraussetzungen, um am Fachbereich zu studieren

Studienbeginn:
Eine Aufnahme zum 1. Semester in den Studiengängen Industrie-Design und Kommunikations-Design der Hochschule Darmstadt ist nur zum Wintersemester möglich.

Voraussetzungen für die Zulassung zum Studium im Fachbereich Gestaltung der h_da:

  • Das Bestehen des Eignungsverfahrens am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt in dem entsprechenden Studiengang;
  • Der Nachweis über das entsprechende Praktikum;
  • Die Hochschulzugangsberechtigung (wird nicht benötigt, wenn der Eignungstest "mit Auszeichnung" bestanden wird)

Wie läuft die Eignungsprüfung ab?

Die künstlerische Eignungsprüfung findet in der Regel Mitte Juni statt und dauert ein bis zwei Tage.

Das Auswahlverfahren am Fachbereich Gestaltung setzt sich aus einer praktischen Prüfung und aus einem persönlichem Gespräch zusammen. Dabei besteht die Aufnahmeprüfung aus mehreren gestalterischen Aufgabenstellungen, die jeweils vor Ort zu bearbeiten sind. Im anschließenden Gespräch mit der Prüfungskommission haben Sie die Möglichkeit, sich und Ihre Mappe zu präsentieren. Die mitgebrachte Mappe sollte selbstgefertigte Arbeiten enthalten, welche nicht älter als zwei Jahre sind.

Weitere Informationen

Aktuelle Termine für Studieninteressierte finden Sie in unserer News-Rubrik Studium.

Hier finden Sie eine ausführliche
Informationsbroschüre.

Bei Fragen zum Vorpraktikum können Sie sich an das Praktikantenamt wenden.

Geschichte & Profil

Der Fachbereich Gestaltung ist auf der Mathildenhöhe - der ehemaligen Wirkungsstätte der weltweit bekannten Künstlerkolonie Darmstadt - angesiedelt. Seine Tradition geht auf das Jahr 1907 zurück, in dem die Künstlerkolonie 'Großherzogliche Lehr-Ateliers für angewandte Kunst' einrichtete. Wir fühlen uns dieser Tradition verpflichtet: Höchste gestalterische Qualität, Nachhaltigkeit und ein Maximum an humaner Empathie gehören bis heute zu den gemeinsamen Zielen aller Lehrenden.  Offenheit und persönlicher Dialog jenseits starrer 'Modelle' prägen unsere Arbeitsatmosphäre: Grenzüberschreitungen und -verschiebungen, Quer- und Umdenken sind bei uns ausdrücklich erwünscht. Damit bieten wir unseren Studierenden die Gelegenheit, sich Problemen sowohl analytisch-rational wie auch auf der sinnlichen Erlebnisebene zu nähern, so dass sie ihre planerischen Fertigkeiten und ihre eigene künstlerische Begabung gleichermaßen vervollkommnen können. Unsere Studiengänge Kommunikations-Design und Industrie-Design setzen auf eine umfassend solide, fachspezifische künstlerische Ausbildung. Dadurch verfügen unsere Absolventinnen und Absolventen über nachhaltige gestalterische Kompetenzen, die Moden und Trends überdauern. In allen Studienfeldern legen wir besonderen Wert auf eigenständiges, verantwortungsbewusstes Arbeiten und Persönlichkeitsbildung. Beide Studiengänge sind praxis- und projektorientiert, was sich in zahlreichen Kooperationen mit externen Partnern aus Medien, Wirtschaft und Gesellschaft niederschlägt. Der deutschlandweit einzigartige Erfolg des Fachbereichs bei hochrangigen Designwettbewerben belegt auf eindrucksvolle Weise unser exzellentes Lehrniveau.

Seit 2013 präsentiert der Fachbereich unter dem Titel "Stand der Dinge" Arbeiten von Studierenden in einer jährlichen Work-in-Progress-Schau. Darüber hinaus finden zahlreiche weitere Ausstellungen statt, die sowohl aus Projekten mit Studierenden als auch aus den künstlerischen und wissenschaftlichen Aktivitäten der Lehrenden erwachsen. Drei eigene Forschungsinstitute bilden die Basis für unsere intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die designpraktische und -theoretische Methoden erfolgreich miteinander verknüpft. Eingebunden in die Hochschule Darmstadt mit ihrem Anspruch, Lösungen für industrielle, wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme zu entwickeln, versteht sich der Fachbereich heute als selbstverständlicher, zukunftsgerichteter Bestandteil des Ensembles Mathildenhöhe: Mit Gestaltern wie Peter Behrens, Joseph Maria Olbrich und Friedrich Wilhelm Kleukens setzte die 1899 von Großherzog Ernst Ludwig gegründete Künstlerkolonie neue Maßstäbe in Architektur und Kunstgewerbe. Im Juni 2014 hat die Kultusministerkonferenz entschieden, die Künstlerkolonie Mathildenhöhe Darmstadt für die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste zu nominieren. In dieser Situation wollen wir uns mit gezielten Maßnahmen (u. a. Designers in Residence, Integration studentischen Wohnens) noch stärker als lebendige Erben der innovativen gestalterischen Tradition auf der Mathildenhöhe positionieren.

Wurzeln in der frühen Moderne

1899 gründet Großherzog Ernst Ludwig mit sieben bedeutenden Vertretern des Jugendstils die Künstlerkolonie Darmstadt, um vorbildliche kunstgewerbliche Entwürfe für die wirtschaftliche Entwicklung der Region nutzbar zu machen. Schnell kristallisiert sich Joseph Maria Olbrich als Kopf der Gruppe heraus. Er ist auch der einzige, der die Künstlerkolonie nicht wegen attraktiverer Angebote oder wegen Unstimmigkeiten bald wieder verlässt.

Um den ständigen Wechsel der Künstler einzudämmen, beruft man 1906 vornehmlich Mitglieder mit Lehrerfahrung und richtet Lehr-Ateliers für angewandte Kunst ein, die am 1. Januar 1907 eröffnet werden. In den Hauptfächern unterrichten die vier neuen Mitglieder Albin Müller, Friedrich Wilhelm Kleukens, Ernst Riegel und Heinrich Jobst. Olbrich lässt sich unter dem Vorwand zu großer Arbeitsbelastung von einer Beteiligung an der Lehre befreien – in Wahrheit steht er dem Projekt einer Schule mit starrem Lehrplan äußerst kritisch gegenüber.

Sein Ziel ist es, den Charakter seiner Schüler zu bilden, ihr soziales Verantwortungsbewusstsein zu wecken und sie 'für das Leben stark und nützlich' zu machen, was sich nur in der bisher von ihm praktizierten Ausbildung im Atelier realisieren lasse. 1908 beteiligt sich die neue Lehreinrichtung mit einem eigenen Raum an der Hessischen Landesausstellung auf der Mathildenhöhe. Aber schon 1910 sinkt die Schülerzahl so deutlich, dass die Lehrateliers im Frühjahr 1911 wieder geschlossen werden.

Abb. 0: Friedrich Wilhelm Kleukens: Entwurf für ein Signet der Lehrstätten für angewandte Kunst Darmstadt, um 1907
Abb. 1: Mitarbeiter der Künstlerkolonie Darmstadt, ganz links Olbrichs Schüler Friedrich Wilhelm Jochem, 1901
Abb. 2: Adolf-Beyer-Ausstellung, Kunsthalle Darmstadt, 1934

Zwischen den Weltkriegen

Nach der Absetzung des Großherzogs im November 1918 bildet sich in Darmstadt der Ständige Rat zur Pflege der Kunst in Hessen. Seine Aufgabe ist es, unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen die Kulturpolitik zu gestalten. Auch die verbliebenen Mitglieder der Künstlerkolonie übernehmen tragende Rollen in dem Gremium.

Alle Bemühungen, das Kunstgewerbe wieder in seinen alten Rang zu versetzen, schlagen jedoch fehl: 1919 startet eine Initiative zur Zusammenarbeit kunsthandwerklicher Betriebe mit den noch ansässigen Kolonie-Mitgliedern - die angesprochenen Firmen zeigen allerdings kein Interesse. Auch das 1920 vom Rat anvisierte Projekt einer großen Kunstgewerbeausstellung scheitert am mangelnden Engagement der Unternehmer. In den Ateliers der verbliebenen Künstlerkolonie-Mitglieder werden aber weiterhin einzelne Lehrlinge ausgebildet. Beispielsweise ist der heute weltberühmte Grafiker Herbert Bayer, der später ans Bauhaus wechselt, zwischen 1919 und 1920 bei Emanuel Josef Margold beschäftigt.

Nachdem die Künstlerkolonie Darmstadt 1929 formell aufgelöst wurde, liegt die einst bedeutende kunstgewerbliche Tradition Darmstadts während der Zeit des Dritten Reiches weitgehend brach. Die geringe Bedeutung des Darmstädter Kunstgewerbes in diesem Zeitraum geht aber nicht auf die nationalsozialistische Politik zurück, sondern bildet lediglich den Endpunkt einer Entwicklung, die nach dem Ersten Weltkriegs einsetzt und aufgrund der wirtschaftlichen Lage dazu führt, dass die freie Kunst dem Kunstgewerbe in Darmstadt den kulturpolitischen Rang abläuft.

Diese Konstellation spült jetzt Adolf Beyer – zwischen 1907 und 1911 Leiter der Kurse in Figurenzeichnen an den Großherzoglichen Lehrateliers für angewandte Kunst – an die Spitze der Darmstädter Kunstszene. Er gehörte zu den ersten Mitgliedern des 1928 gegründeten Kampfbundes für deutsche Kultur (KfdK), der sich gegen die 'Verbastardisierung und Vernegerung' des Lebens wendet. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP verschafft Beyer ab 1933 den Posten eines Ratsherrn und damit ein breites kulturpolitisches Betätigungsfeld.

Neustart in der gestalterischen Ausbildung

Nach dem Krieg wagen verschiedene Initiatoren um den Maler Paul Thesing einen Neustart in der gestalterischen Ausbildung auf der Mathildenhöhe. Im Februar 1946 installieren sie 'Lehrwerkstätten der bildenden Kunst' - einen ersten Basisbetrieb mit pragmatischem Programm. 1949 schließt sich die Schule der Arbeitsgemeinschaft deutscher Werkkunstschulen an und wird in Werkkunstschule Darmstadt umbenannt.

Unter dem 1951 berufenen Direktor Hans Hartl bietet sich 1954 eine attraktive Entwicklungsperspektive: Der Architekt Karl Otto stellt im Auftrag des Kultusministers und des kurz zuvor in Darmstadt gegründeten Rat für Formgebung ein anspruchsvolles Konzept für eine Darmstädter 'Modell-Schule' mit Hochschulrang vor. Ins Auge gefasst wird die enge Verflechtung mit der Technischen Hochschule. Wegen persönlicher Querelen um Hans Hartl, aber auch wegen des zögerlichen Agierens des Ministeriums lassen sich diese ambitionierten Pläne jedoch nicht verwirklichen. Eine riesige Chance ist damit vertan.

1960 wird ein neuer Direktor für die Werkkunstschule gewonnen: Fritz-Christoph Hüffner. Er baut die Schule systematisch aus – neue Stellen für Fotografie, Gebrauchsgrafik und Typografie werden besetzt und erste Pläne für eine Filmklasse geschmiedet. Zeitgleich gelingt es Heinz Georg Pfaender, die Abteilung Industrieform als eine der wenigen praxisgerechten Ausbildungsstätten für dieses Gebiet in Deutschland zu profilieren.

Theoretische Lehrfächer wie politische Ästhetik und Kunstsoziologie ergänzen das Vorlesungsverzeichnis. Damit hat die Schule ihre künstlerische Vergangenheit endgültig abgestreift und präsentiert sich als Gestaltungsschule moderner Prägung – allerdings ohne klaren Status. Wegen seines autokratischen Stils und seiner mangelnden Reformbereitschaft entziehen die Dozenten und Studierenden Hüffner 1969 das Vertrauen.

Ab dem Wintersemester dieses Jahres wird die Schule als Modellschule mit Vorausgenehmigung des Ministeriums nach dem brandaktuell erarbeiteten Grundsatzprogramm einer 'Hochschule für Design' geführt, auch die Eingliederung als autonomer Fachbereich in die Technische Hochschule wird erwogen. Deren Präsident Max Guther, der zuvor als Stadtbaurat die Geschicke der HfG Ulm begleitete, ist mit allen Detailfragen zeitgemäßer Designausbildung bestens vertraut und unterstützt das Vorhaben.

Im Glauben an eine zukünftige Gesamthochschule fordert ein unerfahrener Landtagsabgeordneter die Übernahme der Werkkunstschule in die gerade formierte Fachhochschule. Um eine spätere Angliederung an die Technische Universität nicht zu erschweren, solle die Werkkunstschule aber in einen eigenständigen Fachbereich mit den notwendigen Besonderheiten der Gestalterausbildung (etwa der Aufnahmeprüfung) überführt werden. Am 1. August 1971 erfolgt die Gründung des Fachbereichs Gestaltung der Fachhochschule Darmstadt, dessen Leitung Heinz Habermann übernimmt.

Abb. 3: Darmstädter Künstler räumen Trümmer für den Neubau von Künstlerateliers auf
der Mathildenhöhe (2. v. r.: Peter Raacke), 1952
Studierendenstreik an der Werkkunstschule Darmstadt 1969
Abb. 4: Studierendenstreik an der Werkkunstschule Darmstadt, 1969
Dozenten am Fachbereich Gestaltung Darmstadt 1973
Abb. 5: Dozenten des Fachbereichs Gestaltung in Darmstadt kurz vor einem Gruppenfoto (v. l. n. r.: Klaus Keller, Kurt Heldmann, Günter Hugo Magnus, Claus Schmid, Hans Gekeler, Alexander Carroux, Heinz Georg Pfaender), 1973

Ein neues Profil entsteht

Im Zuge allgemeiner Trends orientiert sich das Studium jetzt ausschließlich an den Erfordernissen der Industrie. So entsteht ein dreizügiges Lehrprogramm mit den Schwerpunkten Industriedesign, Kommunikationsdesign (Grafik, Foto, Film) und Innenarchitektur. Letzterer wird später in den Fachbereich Architektur verlagert. Um das neue Profil nach außen zu tragen, veranstaltet Habermann 1972 die Ausstellung »Gestalterische Grundlagen – Syntaktik«. Eine ergänzende Vortragsreihe zu aktuellen Problemen der Informationstheorie und der Designwissenschaften mit prominenten Rednern wie Max Bense, Max Bill, Oskar Holweck, Wolfgang Metzger und Fritz Seitzdient der inhaltlichen Vertiefung und Diskussion. Als die feierlich inszenierte Jubiläumsschau »Ein Dokument Deutscher Kunst 1901–1976« im benachbarten Ausstellungsgebäude zelebriert wird, übt sich der Fachbereich in ironischer Bescheidenheit. Hier zeigt man das ›gewöhnliche Design‹. In der abgedunkelten und mit schwarzem Samt ausgeschlagenen Aula empfangen den Besucher rund 100 unscheinbare, auf einzelnen Stelen unter Plexiglashauben würdevoll aufgebahrte Alltagsgegenstände: ein Federball, ein weißer Plastikbecher, ein Autokennzeichen. Es sind Objekte, die nicht von namhaften Gestaltern entworfen sind und sich dennoch perfekt in den menschlichen Alltag integrieren – so perfekt, dass sie gar nicht auffallen.Die Ausstellung, die von der Presse äußerst positiv aufgenommen wird, erinnert eindringlich daran, dass Design nicht für Unternehmer oder Museen gemacht werden sollte, sondern für alle Menschen.

Vielfalt als Chance

In der jüngeren Vergangenheit versteht sich der Fachbereich Gestaltung im besten Sinne 'als bunte Wiese' mit unterschiedlichen Lehrpositionen. Der sachlich technokratische Stil, der für Darmstadt die letzten Jahrzehnte typisch war, wird weiterhin erfolgreich gepflegt. Im November 1990 findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Neue Technische Form das Symposium "Standpunkte zu Schrift und Typografie" statt. Hauptthema ist die Auseinandersetzung mit den Einflüssen der Computertechnologie auf die Schriftgestaltung. Als Fazit bleibt der Anspruch der Lehrenden, neue Sehweisen, Haltungen und Ziele der Gestaltung durch solche Veranstaltungen weiterhin im Dialog zu halten. Der Schwerpunkt Fotografie im Studiengang Kommunikationsdesign trägt besondere Früchte. Absolventen initiieren die mittlerweile bundesweit angesehenen Darmstädter Tage der Fotografie und untermauern damit den wachsenden Ruf der Ausbildungsstätte, die mit Barbara Klemm seit dem Jahr 2000 eine international renommierte Fotografin als Honorarprofessorin in ihren Reihen weiß. Nach dem Jahrtausendwechsel wird am Fachbereich Gestaltung mehr als die Hälfte der Professorenstellen neu besetzt.

Auszug aus Kai Buchholz und Justus Theinert: Designlehren – Wege deutscher Gestaltungsausbildung.
In: Querschnitt. Beiträge aus Forschung und Entwicklung. 23 (2009). S. 94–111.

Abb. 7/8 (Fotos: Stefan Bayer)

Werkstätten & Labore

Modellbauwerkstatt

Den Studierenden im Studiengang Industriedesign, steht auf 400 m² eine Modellbauwerkstatt zur Verfügung. Hier erhalten sie professionelle Betreuung bei der Formfindung im Entwurfsprozess und bei der Umsetzung Ihrer Entwürfe als Designmodelle. Die Werkstatt ist mit modernen konventionellen Werkzeugmaschinen ausgestattet. Laser Schneid- und Graviergeräte, 3d-Drucker und eine CNC-Fräsmaschine ergänzen den Maschinenpark und gewährleisten zeitgemäßen Modellbau auf hohem Niveau.   

Ansprechpartner

Leitung / Mitarbeiter
Armin Dries
Christian Westarp
Frank Weidmann

Öffnungszeiten
Montag–Freitag: 8–16 Uhr

Druckwerkstatt

Druckwerkstatt am Fachbereich Gestaltung Darmstadt

In der Druckwerkstatt werden mit verschiedenen Drucktechniken die produktionstechnischen, gestalterischen und künstlerischen Aspekte des Druckwesens vermittelt. Vom historischen Buchdruck mit großer Bleisatzabteilung über die künstlerischen Druckverfahren Radierung und Linolschnitt zum modernen Offsetdruck, Digitaldruck und der Risographie stehen den Studierenden vielseitige Möglichkeiten zur Realisation von Drucksachen aller Arten zur Verfügung. Im Bereich der Buchbinderei sind außerdem verschiedene Möglichkeiten der Handbuchbinderei vorhanden. 

Leitung

Leitung
Johannes Oestringer
T: +49(0)6151 16 8342

Lehrbeauftragte
Margarete Lindau
und
Ingo Albrecht-Schoeck

Öffnungszeiten
Montag–Freitag: 10-17 Uhr

Fotostudios

Das weiß gestrichene Tageslichtstudio im Erdgeschoss mit seiner fest eingebauten Hohlkehle eignet sich ausgezeichnet für People-/Fashion-Shootings sowie für größere Objekte/Modelle (z.B. aus dem Industrie-Design).

Das komplett schwarz gestrichene Studio im Untergeschoss lässt sich flexibel in bis zu fünf einzelne Parzellen unterteilen, so dass an mehreren Plätzen simultan und ungestört gearbeitet werden kann (z.B. Tabletop-, Porträt- und Peoplefotografie).

Ansprechpartner

Leitung
Stefan Bayer
T: +49(0)6151 16 8375

Öffnungszeiten
Dienstag und Mittwoch: 9–17.30 Uhr sowie nach Vereinbarung

Tutor
Stefan Elges

Fotolabor

Im Computerlabor des Fotobereichs ist der gesamte Workflow von der digitalen/analogen Bilddatei bis zu ausstellungsreifen Fotografien auf einem sehr hohen technischen Niveau - alle Bildschirme sind farbgenau kalibriert. Den Studierenden stehen moderne Arbeitsplätze sowie großformatige Tintenstrahldrucker zur Verfügung. Im analogen Bereich können die Studierenden die Dunkelkammer nutzen und s/w-Filme entwickeln. Es besteht die Möglichkeit, die Filme einzuscannen und digital weiterzuverarbeiten.

Ansprechpartner

Leitung
Anja Behrens
T: +49(0)6151 16 8336

Öffnungszeiten
Montag–Freitag: 9–16 Uhr

Tutor
Alexander Kaula

Siebdruckwerkstatt

Andy Warhol: Marilyn Monroe, 1964-67
Andy Warhol: Marilyn Monroe, 1964-67

In der Siebdruckwerkstatt werden im Rahmen von Grundkursen die verschiedenen Möglichkeiten und Aspekte des Siebdrucks/der Serigrafie gelehrt und in weiterführenden Kursen oder freien Arbeiten weiter vertieft.

Ausstattung:
Druckvorlagen über Inkjetplotter
Siebe mit unterschiedlichem Gewebe im Format A3, A2, A1 und A0
manuelle Siebbeschichtung
Kopierrahmen für Formate bis A0
Auswaschbecken und Entschichterbecken
Leuchttisch für Retusche Handdrucktische für A1 und A0

Ansprechpartner

Leitung
Johannes Oestringer
T: +49(0)6151 16 8342

Lehrbeauftragter
Patrick Oltean

Öffnungszeiten
nur nach Absprache