Heutzutage ist das »Echt-Erscheinen« zu einem Wert geworden, der über alles geschätzt wird. Nur wer sich selbst treu ist, so heißt es, kann sich in der heutigen Welt behaupten, die gefüllt ist mit Künstlichkeit und Inszenierung.
Was hat Authentizität mit Gestaltung zu tun? Gibt es überhaupt so etwas wie authentische Gestaltung? Ist nicht jede Gestaltung Inszenierung? Wenn man sich mit diesen Fragen beschäftigt, fällt auf, dass bei jeder Art von Kommunikation inszeniert wird und auch werden muss.
Das grundlegende Problem bei der Authentizitätszuschreibung ist, dass Handlungen von außen nicht auf ihre Authentizität hin überprüft werden können. Die Beobachter müssen sich immer damit begnügen, was sie von außen wahrnehmen können, ohne Zugang zu den eigentlichen Intentionen des Inszenierenden zu finden. Dass Authentizität Inszenierung bedarf, macht sie als Konzept aber nicht überflüssig – sie dient trotzdem zur Orientierung.
»Anscheinend« beginnt an dem Schnittpunkt, an dem die Erwartungen des Empfängers auf die Intention des Senders treffen. Diese Arbeit soll erfahrbar machen, wie Authentizität inszeniert und generiert wird.


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