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Die Menschheit befindet sich in vielerlei Hinsicht in einem science-fiction-artigen Ausnahmezustand. Und wir alle mittendrin. Jetzt und hier. Wir müssen uns isolieren, verzichten, ein- und beschränken, um dem Virus die Stirn zu bieten. Für Kreative spielen Einschränkungen und Verzicht und die daraus resultierende Strukturen, Routinen, Rituale, immer schon eine große Rolle. Monica Vilhauer schreibt, dass „das menschliche Spiel nicht nur instinktiv ist oder durch eine äußere Kraft (wie beim Spiel der Blätter im Wind) verursacht wird, sondern dass dies beinhaltet die eigene Freiheit auf die Spielregeln zu beschränken. Es beinhaltet die Bereitschaft, an einem bestimmten Spiel seiner Wahl teilzunehmen, bei dem man seine eigenen Handlungen auf die Ausführung der spielspezifischen Aufgaben beschränkt.“

Dieser Kurs soll Struktur in diese unruhigen Zeiten bringen und bieten. Er liefert vor allem in der ersten Hälfte des Semesters Routinen durch regelmäßig wiederkehrende (täglich, wöchentlich, etc.) Challenges, viele kleine Aufgaben(stellungen) inkl. Lesestoff, Filmempfehlungen, virtuellen Begegnungen, etc.

Der Kurs soll dazu führen, die Chancen die Beschränkung, Verzicht und Limitierung für die eigene kreative Arbeit bieten können zu erkennen und zu ergreifen - dies soll vor allem in der zweiten Hälfte des Semesters die Hauptrolle spielen, in dem die Kursteilnehmer/innen die Spielregeln und somit auch die Art der Arbeit selbst definieren.

Beispiele für herausragende, ja existenzielle Arbeiten in Bezug auf die Themen Struktur/Einschränkung/Ritual sind z.B. On Kawaras „Date paintings“, der Blog (und später das Buch) „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf, Daniel Eatocks „Felt Tip Prints“ die Rastersysteme von Jan Tschichold („The Form of the Book“) oder Josef Müller-Brockmann („Raster systeme“) bzw. generell Gestaltungsraster, Peter Drehers „Tag um Tag guter Tag“, die Dogma-Filme u.a. „Festen“, Trios „Da, Da, Da“ und viele andere mehr.


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