Schon seit Generationen versuchen »weisse Riesen« und »garstige Waschweiber« Flecken den Garaus zu machen. Kurzweilig mag ihnen das gelingen, aber auf lange Sicht ziehen sie den Kürzeren. Flecken kommen wieder. Sie verändern Farbe, Größe und Form. Aber sie treffen uns immer wieder dort, wo wir es am wenigsten erwarten, zu einem Zeitpunkt, der oft nicht ungünstiger Sein könnte. Ein ewiger Kreislauf, dem man keinen Einhalt gebieten kann. Und dennoch geben wir uns dieser Sisyphosarbeit immer und immer wieder hin. Im Gegensatz dazu hatte bereits Leonardo da Vinci im 15. Jahrhundert die inspirierende Kraft der Flecken erkannt und diese für sich genutzt.

Die Kollektion »tainted purity« knüpft daran an und verdeutlicht zusätzlich die Ambivalenz von Reinheit und Flecken. Der Fleck als solcher wird zum Accessoire und individualisiert langweilige, weiße Einheitskleidung. Gleichzeitig verliert er durch die Reproduzierbarkeit sein Image als widerwärtiges Ding. Er wird zum Zeichen und zerbricht so den Kreislauf. Die entstandene Kollektion besteht aus Hemd, Bluse, T-shirts, Schal und Krawatte mit den hartnäckigsten Flecken aus Kaffee, Rotwein, Tomatensoße, Senf, Tee und Suppe inklusive Etiketten und zusätzlichen Katalog, sowie drei Faltplakaten.


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