Das Stasi-Unterlagen-Gesetz vom 20. 12. 1991 erlaubt es jedem der über rund sechs Millionen DDR-Bürger, in seine eigene Stasi-Akte einzusehen. Die sechsundfünfzig Seiten umfassende Akte meines Vaters ist bestückt mit zahlreichen Informationen und Beobachtungen über seine politische Einstellung, den beruflichen Werdegang, seine familiären Verhältnisse

und Beziehungen zum Westen, mit geöffneten Briefen. Aus den "Ermittlungberichten" der dafür zuständigen Inoffiziellen Mitarbeiter lässt sich neben den genannten Angaben und Fakten nicht nur ihr hohes Maß an aufopferungsvoller Hingabe zum Staat herauslesen, sondern auch Vermutungen, Vorurteile, Klischees und Behauptungen die dem Kontrollierten unterstellt werden. Daraus entstand nun eine berarbeitete Neuauflage der Stasi-Akte meines Vaters, in der die jeweiligen "beobachteten" Klischees als Vorlage für insgesamt 24 Zeichnungen dienten.

Zusammenarbeit: Dr. Mathias Baum


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