Diese Publikation ist das Ergebnis von Überlegungen, Recherchen und Definitionen zum Thema »ungewöhnlich gewöhnliches Design« während 2 Monaten Entwurfskurs III/IV am Fachbereich. Ausgangspunkt für diesen Diskurs war der Text »Super Normal« von Jasper Morrison und Naoto Fukasawa (erschienen in der gleichnamigen Publikation des Lars Müller Verlag im November 2007) sowie ein Ereignis, welches sich im Sommersemester 2008 in Darmstadt ereignete. Im Juni diesen Jahres war mein Freund und Grafik Designer James Goggin von Practise am Fachbereich um einen Vortrag zu halten und einen Workshop abzuhalten. Während der gemeinsamen Arbeit fiel James ein Buchumschlag und dessen Design in die Hände und ins Auge – »Bitte lasst die Blumen leben« von Johannes Mario Simmel (erschienen 1983 im Droemer Knaur Verlag). Für mich, der ich in den 70er und 80er Jahren in Deutschland groß geworden bin, war der Anblick dieses Buchs nicht weiter verwunderlich – es war ein Bestseller, praktisch in jedem deutschen Haushalt zu finden und das Design des Umschlags im kollektiven Gedächtnis verankert und somit auch irgendwie unsichtbar. James jedoch war begeistert! Er hatte es noch nie gesehen!

Und durch ihn sah ich die Schönheit und Besonderheit in der Gestaltung (von Fritz Blankenhorn), die mir vorher aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) aufgefallen war. Im Winter diesen Jahres dann, inspiriert durch diese Geschichte und den oben erwähnten Text, stellte ich dem Entwurfskurs die Aufgabenstellung mit dem Titel »Design-Detektive oder »Bitte laßt die Blumen leben«. Ziel war es, ungewöhnlich gewöhnliches Design zu beschreiben, zu definieren und schließlich zu finden. Die »Sache« so zu sehen, wie James das Simmel-Cover sah und auch sehen durfte: unvoreingenommen, überrascht – mit Kindesaugen. Der Inhalt dieses Buches präsentiert nun diese Auseinandersetzung; präsentiert »ungewöhnlich gewöhnliches Design« und nimmt uns gleichzeitig mit auf die Suche nach Gestaltern und Gestalterinnen, analysiert dessen/deren Werk und Motivation. Ein guter Ausgangspunkt, um sich der eigenen Gestaltungshaltung bewusst zu werden und vor allem auch nachzufragen, was denn nun (gutes) Design wirklich ist.

Beteiligte Studenten: Doreen Kirbis, Simon Schleifer, Kasia Loznicka, Tina Michl, Josephine Thronicke, David Steiner, Swetlana Reifschneider, Benjamin Lindenkreuz, Suzanna Slavik, Onur Can Özdemir, Friederike Merkel.


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