175 Andenken an 8 Semester Fachbereich Gestaltung
Danke sagen ist ein Ergebnis von etwas, davor allerdings steht ein Prozess. Eine Danksagung steht am Ende eines Buches, das erst in jahrelanger Arbeit fertiggestellt wird. Nach hartem Training feiert der Sportler einen Sieg, dankt seinen Fans für die Unterstützung. Es kommt immer zum Austausch mit und in der Gesellschaft – bewusst oder auch unbewusst. Menschen, die uns begleiten haben immer Einfluss, positiven und negativen, sie haben Anteil an unserem Leben.
Nun mache ich Diplom, ein Abschluss nach 5 Jahren Kommunikations-Designstudium am Fachbereich Gestaltung. Seit Jahren beschäftigt mich die Frage, was mir das Studium bringt und was ich wirklich in 10 Semestern gelernt habe. Bin ich überhaupt bereit, Diplom zu machen, hätte ich nicht noch 2 Semester warten sollen?
8 Plakate – 8 Andenken an 8 Semester Fachbereich Gestaltung. Ich blicke zurück auf Notizen aus alten Skizzenbüchern und interpretiere die Ratschläge, die einmal Professoren und Dozenten über mich und meine Arbeit gesagt haben. Ein Denkzettel mit 175 Andenken entsteht, 8 davon werden bewusst herausgegriffen, einem Fach und einem Semester zugeordnet. Es erfolgen außerdem 2 Nachträge zum Mitnehmen. Die Bildinhalte zeigen meinen alten Sitzplatz aus der Sicht des Professors bzw. Dozenten. Ich kehre noch einmal zurück an die Orte der letzten Jahre – nun gehe ich, der Raum bleibt und ein anderer sitzt auf meinem Stuhl.
Im Bleisatz verdeutliche ich die beliebige Austauschbarkeit meiner Person in Bezug zu den Räumlichkeiten und die beschränkte Dauer am Fachbereich Gestaltung durch das direkte Draufdrucken meiner persönlichen Daten, die jederzeit ersetzbar sind. In Signalfarbe stelle ich Aussagen dazu, die in meiner Erinnerung das Fach in dem jeweiligen Semester beschreiben. Es handelt sich also nicht um direkte Zitate der Kursbetreuer, sondern eher um eine Auslegung dieser. Vielleicht ist es das, was ich aus 5 Jahren gelernt habe und als Andenken mitnehme. Ein Studium ist letztendlich wie ein Ratgeber – Grundkenntnisse werden gelehrt, erste Schritte in eine neue Richtung gegeben, andere Blickwinkel gezeigt, aber die Frage bleibt doch, was ich am Ende daraus gemacht habe. Danken kommt vom Denken. Ich denke also zurück und sage danke, oder?


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