Diese Arbeit ist das Ergebnis einer Suche nach Entspannung bzw. Entschleunigung. Nach Betrachtung meines Alltags, der von ständig drohenden Deadlines und permanenter Zeitnot geprägt ist, stellte sich mir die Frage nach den Ursachen und Auswegen aus einer Welt in der sich alles zu beschleunigen scheint. Nach Marianne Gronemeyer liegt die Ursache in der Endlichkeit des Lebens. Der Mensch lebt in der ständigen Angst, das Wichtigste und Beste zu versäumen. Immer steht das »Eigentliche« noch aus. Diese Zeitnot und dem damit verbundenen Streben nach der maximalen Ausnutzung der gegebenen Möglichkeiten haben nach Hartmut Rosa dazu geführt, dass sich unser Umfeld inzwischen schneller verändert, als wir es reaktiv verarbeiten können. Ein gutes Bild zur Verdeutlichung bietet die sich abwärts bewegende Rolltreppe, auf der man versucht nach oben zu gelangen. Für meine Arbeit habe ich aus Rosas Thesen die fünf, für die Beschleunigung des Lebenstempos, relevantesten Faktoren herausgegriffen: Beschleunigung, Verdichtung, Fragmentierung, Anpassungszwang, Verpassensangst. Die Fragmentierung stellte sich für mich am deutlichsten in ihrer beschleunigenden Wirkung heraus. Denkt man nur an die vielen externen Störungen, die auf uns einwirken während wir versuchen einer Tätigkeit nachzugehen. »Entschleunigung durch De-Fragmentierung« wurde somit zu meiner Leitthese. Anhand von 5 Heften die für je einen der genannten Begriffe stehen, versuche ich die soziale Beschleunigung auf einer illustrativen Ebene zu verdeutlichen. Um den Inhalt dieser Hefte in ihrer Gänze erfassen zu können, muss man die Seiten der Hefte entsprechend der jeweiligen Farbe sortieren. Die zuvor fragmentartig und kontextlos erscheinenden Seiten, bieten nun die Möglichkeit der Konzentration auf Eins und entschleunigen den Leser im Sinne der Leitthese »Entschleunigung durch De-Fragmentierung«.


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