Das Leben verläuft niemals in vorgefertigten, linearen Bahnen. Diese Idealvorstellung ist lediglich ein gesellschaftliches Realitätskonstrukt um das gedankliche Chaos, welches das Leben nun ist, in geordnete Kategorien zu fassen.

Es ist jedoch so, dass wir uns zu sehr auf diese vorgegebene Ordnung verlassen und versuchen, unser Leben mit dieser Schablone in Einklang zu bringen. Unsere verinnerlichte Vorstellung vom Leben hält in der Regel keinen Notfallplan für das Auftreten von Störungen bereit, und tatsächlich kämpfen wir täglich mit unseren inneren Ängsten. Angstfrei leben zu können ist lediglich eine Illusion, denn die Angst ist sozusagen das Abbild unseres Wissens um unsere Abhängigkeit und unseren Tod. Wir können diese Angst, die uns von Anfang bis Ende begleitet, nicht los werden, allenfalls überspielen, verdrängen oder leugnen.

Meine Arbeit setzt an diesem Punkt an. Es geht hier um den Moment des Stillstandes, also der Unterbrechung des gewohnten, vorgedachten Lebensablaufes.  Ich versuche diesen Augenblick des Stillstandes zu inszenieren ohne dabei zu offensichtlich zu werden. Die abgebildeten Personen geben selbst keinen Hinweis auf den Ursprung ihrer Angst, nur die Gesamtheit der Szene lässt Rückschlüsse darauf ziehen.


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