In meiner Arbeit geht es nicht nur um Menschen, die Ablehnung und Ausgrenzung erfahren, sondern um ein ganzes Volk, das seit Jahrhunderten ausgegrenzt, ab-gelehnt, stigmatisiert, entrechtet, diskriminiert, verfolgt und aus rassistischen Gründen ermordet wurde: Sinti und Roma.

500.000 Sinti und Roma wurden von den deutschen Nationalsozialisten aus rassistischen Gründen entrechtet, aus dem öffentlichen Leben ausge-schlossen und industriell ermordet. Diskriminierung ist ein gesamt gesellschaftliches Problem, in allen EU Ländern werden Roma heute ausgegrenzt, ihre Kinder werden in Sonderschulen eingeschult, obwohl sie intelligent sind, es finden vermehrt rassistische Übergriffe und Verfolgungen statt. Laut einer Studie von Unicef gilt das auch für Roma aus dem Kosovo. Die deutsche Bundesregierung hat an-gekündigt, in den nächsten Jahren schrittweise

14.000 ausreisepflichtige Kosovaren abzuschieben. Rund 10.000 davon sind Roma. Sie sind die am meisten benachteiligte Minderheit in Kosovo.

Ich habe langjährig geduldete Kosovo Roma in Göttingen kennen gelernt, die schon seit vielen Jahren in Deutschland wohnen und als langjährig Geduldete noch immer keinen sicheren Aufenthalt haben. Sie können nicht ihre Zukunft planen, da sie seit Jahren geduldet sind, und daher jahrelang bis 2007 ein Arbeitsverbot hatten. Roma sind die größte Minderheit in Europa. Gerade wegen dem nationalsozialistischen Völkermord in Europa sollte jeder Deutsche, ganz besonders aber die deutsche Bundesregierung, eine Verantwortung spüren, Angehörigen dieser ethnischen Minderheit hier in Deutschland besonderen Schutz zu gewähren.


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