Der Schriftentwurf Heinrich Truus Truant ist von Vilém Flussers Buch „Die Schrift – Hat Schreiben Zukunft?“ inspiriert und wurde ursprünglich mit der Bandzugfeder gezeichnet. Das An- und Absetzen der Feder ist das charakteristische Merkmal und übersetzt den Gedanken Flussers von Pausen und Krisen während des schöpferischen Prozesses in ein Schriftbild. Die Zeichnungen der Minuskeln und arabischen Ziffern lieferten die Grundlage. Darauf aufbauend begann die weitere Übersetzung der Idee mit dem Computer. Dabei entwickelte sich der Gedanke, der Truant-Variante einen geschlossenen Schnitt hinzuzufügen – die Heinrich Truus. Sie wirkt im Vergleich zurückhaltender und funktioniert als Leseschrift in kleineren Schriftgraden besser. Sie wird somit der Funktion eines Mediums, das Gedanken und Sprache klar und verständlich übersetzt und weitertransportiert, gerechter. Sie ist die logische Ergänzung zur Truant-Variante – zum Bildhaften.

Gewinner in Output 15 (2012)


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