Bilder sagen mehr als tausend Worte.
Aber was sagt uns der Geruch?
Ein Buch in die Hand zu nehmen, über 
das bedruckte Cover zu streichen, den   
Einband zu fühlen, die Seiten durchzublättern und die Nase den individuellen Duft des Buches aufnehmen zu lassen; dies kann das elektronische Buch zu dieser Zeit noch nicht leisten.
Riecht es nach Druckerschwärze, nach Papier? Gibt es Unterschiede zwischen Bildern und Text? Doch wie riecht 
ein Buch überhaupt und wie rieche ich das Buch? Was ist mit dem Bild der 
nassen Wiese nach einem Regenschauer, welches plötzlich in meinem Kopf erscheint?
Das bekannte Odeur, das Bilder und Erinnerungen freisetzt und die Gedanken wild assoziieren lässt, so wie schon Proust es beschrieb? Dieses Nachschlagewerk ist ein Plädoyer für das haptische,
das sinnliche, das charakterliche Buch, das, falls es aussterben sollte, uns immer
daran erinnern kann, dass Ruedi Baur nach alten Männern riecht.

Im Winter 2012 roch ich mich durch die Bibliotheken Frankfurts, sowie Darmstadts um alle wundersamen, erstaunlichen, sowie ekelhaften Gerüche von Designbüchern, Thriller bis hin zu Romanen in einem Buch einzufangen. »Für Madeleine und Weizen« ist ein typografisches Kompendium mit 134 Buchgerüchen, sowie ihrer zugehörigen Titel, Geruchsintensität und Aufenthaltsorten.


Zurück