„Ein armseliger Gegenstand, ein gewisses Ding, das ich fand beim Herumwandern, eines dieser Dinge, die das Meer ausgeworfen hat; eine weiße Sache, und von der reinsten Weiße; geglättet, hart, zart und leicht. Es glänzte in der Sonne auf dem geleckten Sand, der dunkel ist und übersät mit Funken. Ich nahm es; ich blies es an; ich rieb es gegen meinen Mantel, und ihre eigentümliche Form unterbrach alle meine übrigen Gedanken. Wer hat dich gemacht, dachte ich. Du erinnerst an nichts, gleichwohl bist du nicht gestaltlos. Bist du ein Spiel der Natur, o du Namenloses, das mir zugekommen ist durch die Götter mitten unter den Abfällen, die das Meer diese Nacht zurückgestoßen hat? (…) Dann auf einmal warf ich es zurück ins Meer.“ — Sokrates in Paul Valérys ‚Eupalinos oder der Architekt‘

In meiner Arbeit spalte ich im ersten Schritt Wissen in Bilder und Text / Anschauung und Verstand / visuelle Darstellung und inhaltliche Form. Im zweiten Schritt isoliere ich die visuellen Darstellungen von ihrer inhaltlichen Form. Daraus erschließe ich im dritten Schritt Objekte, die zwar mit ihrer Herkunft / Vergangenheit verwoben, aber von dieser getrennt sind. Sie können neu erkannt / entdeckt / verstanden werden. Dabei bewege ich mich im Wissensgebiet des Kommunikations-Designs.

Das Projekt »Das Ding an sich« fordert die Wahrnehmung heraus sich kritisch mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen. Der Sinn einer visuellen Darstellungen ist nicht länger durch ihren Kontext bestimmt, sondern nur noch durch die visuelle Darstellung selbst. Im Fokus steht nicht mehr die Funktion der visuellen Darstellung. Sie wird dadurch zum eigenständigen Objekt.


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