Einerseits scheint es, als würde die Erde selbst den Karten die Wahrheit entziehen. Selbst wenn der Mensch versuchen würde, sie korrekt abzubilden, würde er an ihrer Größe, Komplexität und Dreidimensionalität scheitern. Zum anderen ist es der Mensch, der sich seine eigene »Wahrheit« schafft. Er hat das Bedürfnis, das Ganze zu überblicken und ist immer auf der Suche nach einem klaren Bild. So hat er bestimmte Ordnungsparameter geschaffen, die dies ermöglichen, aber das Kartenbild auch stark beeinflussen und variieren lassen. Bedingt durch die Grenzen und Möglichkeiten der Darstellungsmethoden, zeigen die Karten in der Gegenüberstellung die Nuancen zwischen den Unwahrheiten.

Meine Arbeit beschäftigt sich mit Kartographie, wobei der Fokus auf dem Thema Weltkarten-Projektion liegt. Die Reduzierung und bloße Gegenüberstellung von Weltkarten aus unterschiedlichen Atlanten zeigt die Unwahrheiten und die Unterschiede zwischen ihnen. Auch wenn sie sich ähneln, sie sind nie gleich. Sie zeigen unvereinbare Sichtbarkeiten. Zusätzlich gibt es ein Begleitheft, welches aus einem Lexikon kartographischer Darstellungsmöglichkeiten und einer Sammlung von Geschichten aus der Kartenwelt besteht. Neben der Kartenprojektion gibt es noch weitere Faktoren, die großen Einfluss auf das Aussehen einer Karte haben. Diese werden hier aufgeführt, erklärt und durch konkrete Beispiele belegt. Das sind z.B.: Generalisierung, Wandel der Erde, Wissensstand, Sehgewohnheit, Fokus, Ideologie und Manipulation. Weitere Arbeiten (Film) beschäftigen sich mit unseren Sehgewohnheiten und dem Wahrheitsanspruch an den Atlas bzw. die Karte.


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